Sanfte Hügel und stattliche Berge kennzeichnen die Urlaubsregion
Sankt Englmar, die zu vielfältigsten Aktivitäten und
zur Erholung einlädt. Seit der Erbauung im Jahr 1974
hat das Predigtstuhl Resort, ehemals Aparthotel, eine
lange Geschichte hinter sich. Vielen Leitsätzen, die
die Architekten vor nahezu 40 Jahren formuliert haben,
bleibt die Anlage noch immer treu.
Architektonisch gehört es zu den wenigen Beispielen
moderner Architektur im Bayerischen Wald, die von den
Leitsätzen Le Corbusiers geprägt war. So versucht der
Architekt Traub die Weite der Landschaft durch eine
konzentrierte Anordnung der Bebauung nicht zu zersiedeln.
Die Gebäudegeometrie lässt das Ideal der Moderne klar
erkennen. Die Architektur ist schnörkellos modern und
bietet dennoch auch rustikale, regionaltypische Elemente
wie Dachüberstände oder mit Holz verkleidete Balkone.
Durch Skelettkonstruktion möglich gewordene Fensterbänder
und flexiblere Grundrisse ermöglichen eine optimale
Belichtung der Räume.
Ähnlich wie Le Corbusier bei der Unité d'Habitation
benutzt Traub das Prinzip der Doppelerschließung von
Maisonettewohnungen um die Erschließungsfläche zu verringern
und wirtschaftlicher zu bauen. So ergeben sich immer
wieder erkerartige Versprünge die den Grad der Individualität
innerhalb der Gesamtanlage verstärken. Als gelungen
kann man die Staffelung der Gebäude an die Hangkante
ansehen. So genießen die Gäste täglich die freie Sicht
südwärts über das Tal in die Landschaft der Donauebene.
In neueren Sanierungsvorhaben wurde das Leitbild dieser
klaren, geradlinigen Architektur wieder herausgearbeitet.
Das Farbkonzept arbeitet mit hellen Grautönen und betont
die warmen Farbtöne der hölzernen Fensterflächen. Das
aufgefrischte Erscheinungsbild der Anlage liegt nah
am aktuellen Architekturstil. So greift die Architektur
von heute auf die Prinzipien der modernen Strömungen
zurück: Flachdächer, gerade Linien und miteinander verbundene
Kuben prägen wieder die Entwürfe.
Baudaten Sanierung und Umbau
Ort: St. Englmar
Leistungsphasen.: 1–7
Bauvolumen: ca. 3,5 Mio €
Planung: 2009–10
Fertigstellung: Oktober 2011
Nutzfläche: 26.000 m²
7 Gebäudeteile mit insg. 500 Betten