Der Entwurf für die Fassadengestaltung des Kreativ- und Clubhauses
St. Pauli formuliert die Idee eines ›Bühnenhauses‹. Die Bühne
wird gebildet durch das Kreativ- und Clubhaus St. Pauli. Diese
Schauseite der Bühne bildet die Fassade. Sie fokussiert und
reflektierte das bunte, vielfältige Treiben der einzelnen
Nutzer. Je nach Tageszeit ändert sich das Erscheinungsbild.
Ein abstrahierter Vorhang in Form einer Lamellenfassade setzt
die Bühne für den Betrachter in Scene. Die großmaßstäbliche
Geste des Vorhangs unterstreicht den einladenden Charakter
des Gebäudes. Der Vorhang kann verhüllen und präsentieren,
beleuchten und selbst strahlen, neugierig machen. Die Lamellenfassade
mit Ihren Screens und farbenfrohen Lichtshows agiert als Mediator
zwischen Bühne und Publikum.
Das Publikum wird vertreten durch die Gesamtheit der Menschen
auf dem Spielbudenplatz. Das Gebäude ist in den
Dämmerungs- und Nachtstunden ein leuchtender Attraktor im
Stadtraum, dem viele Blicke und ungeteilte Aufmerksamkeit
sicher sind.
Das Entrée als zentrale Eingangsgeste integriert als zusätzliches
Element die Balkone und die beiden vorderen Straßenzugänge.
Hieraus ergeben sich spannende Blickbeziehungen aus den Clubs
im 1. OG über den gesamten Eingangsbereich. Ein Medienscreen
zentral über dem Theatereingang ermöglicht es dem Konzertsaal
im Untergeschoss und dem Theater sich im Außenbereich zu präsentieren.
Kurz vor Einlass bringt er die wartenden Menschen im Entree
mit Musik und Videoclips in Stimmung.
Im Bereich der Bürogeschosse ist ein 5,8 x 10 m großer Medienscreen
aus Mediaglass für Live-Übertragungen sowohl für Passanten
auf dem Spielbudenplatz als auch für Gäste vor dem Klub- und
Kreativhauses angeordnet, der weit über den Spielbudenplatz
hinaus sichtbar ist. Die LED Beleuchtung in den Rahmen der
Lamellenhalterungen können die auf dem Screen gezeigten Bilder
als Lichtecho mitzeichnen, so dass das ganze Gebäude mit den
gezeigten Bildern mitfiebert.
Die Roof-Bar als vertikaler Abschluss des Gebäudes zeigt sich
durch den 3. großen Einschnitt. Die Öffnung ermöglicht die
Kommunikation vom Vorbereich des Hauses bis ins oberste Geschoss.
Die Besucher sind durch den tiefen Einschnitt von unten auf
den Spielbudenplatz gut sichtbar und genießen von der Dachterrasse
aus einen großzügigen Blick über die Reeperbahn.
Baudaten Neubau
Eingeladener, kooperativer Architektenwettbewerb als
Fassadenwettbewerb mit fünf geladenen Architekturbüros
Auslober: Aust Littmann Strehlitz GbR, urban space Immobilien
Projektentwicklung GmbH
In Abstimmung mit: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für
Stadtentwicklung und Umwelt
Ort: Hamburg, Spielbudenplatz
Bearbeitung: 2011